Radhelm - Empfehlungen

Das Tragen eines Fahrradhelms ist in Luxemburg nicht vorgeschrieben, und ProVelo betont, dass dies eine persönliche Entscheidung bleiben sollte. Allerdings wird das Tragen eines Helms empfohlen.

Helme können sicherlich dazu beitragen, Verletzungen zu verringern, wenn der Helm richtig getragen wird und den erforderlichen Qualitätsanforderungen entspricht. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Farben und für alle Geschmäcker. Die Preise können je nach Funktion, Design, Material und Gewicht stark variieren.    

Das sollten Sie bei der Wahl Ihres Helms beachten:    
- Achten Sie darauf, ob der Helm den europäischen Normen entspricht (CE-Kennzeichnung). Die korrekte Kennzeichnung lautet EN 1078 für Erwachsene und EN 1080 für Kinder.
- Achten Sie darauf, dass die Stirn, der Hinter- und Oberkopf sowie die Schläfen richtig abgedeckt sind, ohne jedoch Ihr Sichtfeld einzuschränken.    
- Der Helm sollte ohne die Riemen gerade auf dem Kopf sitzen, ohne nach vorne oder hinten zu kippen, wenn das Spannsystem (mit dem die meisten Helme ausgestattet sind) eingestellt ist. Das Dreieck der Riemen sollte knapp unter dem Ohr ankommen und wenn die Riemen geschlossen sind, sollte sich der Helm nicht bewegen.    
- Bei längeren Fahrten oder um sicherzustellen, dass die Kinder den Helm gerne tragen, ist der Tragekomfort entscheidend. Geringes Gewicht und Belüftungslöcher verbessern im Allgemeinen den Komfort. Der Helm sollte Ihre Bewegungen nicht behindern.    
- Höhere Preise resultieren in der Regel aus fortschrittlicheren, komfortableren und leichteren Materialien, bedeuten aber nicht unbedingt, dass der Helm sicherer ist als Modelle aus niedrigeren Preisklassen mit der gleichen Bezeichnung.    


Wann Sie Ihren Helm austauschen sollten:    
- Nach einem Schock. Auch wenn Sie keine Anzeichen für eine Beschädigung sehen, könnte die Stoßdämpfungsleistung durch unsichtbare Risse beeinträchtigt und die Struktur brüchig sein     
- Bei sichtbaren Schäden wie beschädigten Riemen, Rissen,...     
- Nach etwa fünf Jahren. Helme haben keine unbegrenzte Lebensdauer, da sich die Materialien, die die Stöße absorbieren, verändern und mit der Zeit weniger wirksam werden können. Die allgemeine Empfehlung lautet daher, Helme nach etwa 5 Jahren auszutauschen, wobei höherwertige Fahrradhelme im Allgemeinen länger halten als Fahrradhelme aus niedrigen Preisklassen.     


Ja zu Helmen, nein zur Helmpflicht:    
Der Helm hat seine Daseinsberechtigung, weil er im Falle eines Sturzes auf den Kopf Schutz vor Verletzungen bietet (Sekundärschutz).     
ProVelo spricht sich aber ebenso wie die ECF (European Cyclist's Federation) ausdrücklich gegen eine gesetzliche Helmpflicht aus, weil diese den Radfahrern keine zusätzliche Sicherheit vor Unfällen (Primärschutz) bietet - das kann nur eine gute Infrastruktur leisten.    
Zudem überwiegen die gesamtgesellschaftlichen Nachteile einer Helmpflicht – weniger Radfahrten, weil z.B. Fahrradverleihsysteme unbrauchbar werden, was zu höheren gesellschaftlichen Gesundheits- und Umweltkosten führt.